Zur Bundesrunde der PhysikOlympiade sind vom 24.-30. Januar 50 physikbegeisterte Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen zusammengekommen. Dort haben die jungen Talente nicht nur ihr Können quer durch die Physik unter Beweis gestellt, sondern auch die spannende Arbeit des Forschungszentrums kennengelernt.

Experimentieren mit Seifenhäuten bei der PhysikOlympiade am DLR Göttingen. © IPhO - IPN

Die diesjährige Bundesrunde, die dritte Runde des Wettbewerbs, wurde in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen organisiert und durchgeführt. Die 50 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus zwölf Bundesländern haben sich in zwei Vorrunden unter bundesweit etwa 1350 Physiknachwuchstalenten für die Runde qualifiziert. Von befüllten Flugzeugreifen über die Lebensdauer von Sternen, Innenwiderstände und vorbeifahrende Rettungswagen bis zu Experimenten mit Seifenblasen ging es an vier Vormittagen in den Aufgaben quer durch die Physik. Das Juryteam aus ehemaligen Teilnehmenden und weiteren Physikstudierenden hatte bei der Bewertung der Arbeiten alle Hände und Köpfe voll zu tun.

Auch neben den Klausuren stand in der Bundesrunde die Physik im Mittelpunkt. In den begleitenden Seminaren, Vorträgen und Besichtigungen haben die jungen Talente ihre Problemlösefähigkeiten weiter vertieft und Einblicke in die Forschung am DLR Göttingen bekommen. Darüber hinaus stand eine Erkundung des DLR_School_Labs mit Modellfliegerwettbewerb auf dem abwechslungreichen Programm. Ebenso wichtig wie der fachliche Teil war für die Schülerinnen und Schüler dabei aber auch das Zusammenkommen bei gemeinsamen Aktivitäten und der rege Austausch untereinander.

Bei der feierlichen Preisverleihung zum Abschluss der Runde wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im DLR_School_Lab für ihre herausragenden physikalischen Leistungen geehrt. Die Auszeichnungen wurden überreicht von Dr. Lutz Schröter, dem ehemaligen Präsidenten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), Onyeka Oshionwu, der ehrenamtlichen Bürgermeisterin der Stadt Göttingen, Dr. Oliver Boguhn, dem Leiter des DLR_School_Lab Göttingen, sowie dem Wettbewerbsleiter der PhysikOlympiade, Dr. Stefan Petersen. Auch bei der Preisverleihung kam die Physik nicht zu kurz. In dem Festvortrag „Peitschenknall durch Überschall?“ hat Dr. Fritz Kießling (DLR) das Thema eines der Seminare noch einmal aufgegriffen und eindrucksvoll experimentell demonstriert.

Die besten Nachwuchsphysikerinnen und -physiker der Bundesrunde der PhysikOlympiade sind:

Platz 1 - Lasse Jungermann, Max-Planck-Gymnasium (Groß-Umstadt)
Platz 2 - Dmytro Mintenko, Max-von-Laue-Gymnasium (Koblenz)
Platz 3 - Mykyta Khitsenko, Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg
Platz 4 - Efe Gökkus, Albert-Schweitzer-Gymnasium (Erlangen)
Platz 5 - Andrea Popovic, Heinrich-Heine-Gymnasium Dortmund
Platz 5 - Tobias Gabriel Utz, Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach (Bad Mergentheim)
Platz 7 - Vladislav Maiorov, Carl-Zeiss-Gymnasium Jena
Platz 8 - Leo Dobel, Carl-Zeiss-Gymnasium Jena
Platz 9 - Tim Sindelar, Bismarckschule Hannover
Platz 10 - Qingyan Li, Gymnasium am Moltkeplatz (Krefeld)
Platz 11 - Leonhard Zaremba, Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (Bad Homburg v.d. Höhe)
Platz 12 - Zining Bai, Städtisches Rurtal-Gymnasium (Düren)
Platz 13 - Daris Mohammadzadeh, Otto-Schott-Gymnasium (Mainz)
Platz 14 - Paul große Broermann, Taunusgymnasium Königstein (Königstein im Taunus)
Platz 15 - Alfred Sontag, Landesschule Pforta (Naumburg)

Teilnehmende und Betreuende der Bundesrunde der PhysikOlympiade 2026 im DLR Göttingen bei der Preisverleihung. © IPhO - IPN

Diese Fünfzehn haben sich ein Ticket für die nationale Finalrunde im April am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) in Garching gesichert. Dort haben sie eine Chance auf einen Platz im fünfköpfigen Nationalteam für die Internationale PhysikOlympiade 2026, die im Juli mit Teilnehmenden aus etwa 80 Ländern in Bucaramanga in Kolumbien ausgetragen wird. Zur Förderung des Nachwuchses werden darüber hinaus die erfolgreichsten fünf jungen Talente der Runde, die im nächsten Jahr noch einmal an dem Wettbewerb teilnehmen können, zur 10. Europäischen PhysikOlympiade eingeladen. Der Wettbewerb findet im Juni 2026 in Göteborg, Schweden, statt und ist eine tolle Gelegenheit, Wettbewerbserfahrung auf internationalem Parkett zu sammeln.

Als ganz besonderen Preis hat das DLR Göttingen darüber hinaus drei zweiwöchige Forschungspraktikumsplätze ausgelobt, in denen die Preisträger die in der Woche gewonnenen Eindrücke weiter vertiefen können. Dieser Sonderpreis geht an: Pranav Arun, Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim, Hannah Friedrich, Evangelisches Kreuzgymnasium in Dresden, sowie Thomas Kleinschmidt vom Max-Planck-Gymnasium in Trier.

Vier junge Schüler*innen erhalten für ihre Leistungen außerdem eine Einladung zum Auswahlseminar für die diesjährige European Olympiad of Experimental Science. Sie können sich dort für den gesamtnaturwissen­schaftlichen Teamwettbewerb in Lund, Schweden, qualifizieren. Die vier sind: Dmytro Mintenko, Max-von-Laue-Gymnasium (Koblenz), Daris Mohammadzadeh, Otto-Schott-Gymnasium (Mainz), Andrea Popovic, Heinrich-Heine-Gymnasium Dortmund und Junes Senz, Heinrich-Hertz-Gymnasium (Berlin).

Aber auch den Teilnehmenden, die keinen der Hauptpreise in dieser Runde erreicht haben, gebührt Anerkennung für ihre bemerkenswerten Leistungen. Dies sehen auch die DPG, der Spektrum der Wissenschaft Verlag und die Firma Casio so und belohnen die Schülerinnen und Schüler mit einem Jahresabonnement einer naturwissenschaftlichen Zeitschrift sowie einem Taschenrechner.

Ob da jedes Kabel am richtigen Platz steckt? Eindruck einer experimentellen Klausur der Bundesrunde der PhysikOlympiade im DLR Göttingen. © IPhO - IPN