Bei der European Olympiad of Experimental Science (EOES) 2026 in Lund, Schweden, erzielten die deutschen Teams herausragende Ergebnisse: Dominik Stauff, Marie Lautenschlager und Tom Asche belegten als Team mit einer herausragenden Leistung im Wettbewerb den ersten Platz und sicherten damit den Europameistertitel für Deutschland. Die Drei durften somit den EOES-Pokal mit nach Hause nehmen, wo er nun für ein Jahr an den Heimatschulen der Teilnehmenden verbleibt. Auch Michael Hahn, Junes Senz und Felix Friedrich überzeugten zusammen mit einem starken Klausurergebnis und wurden für den 10. Platz mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Insgesamt traten 46 Teams aus 23 Ländern der Europäischen Union gegeneinander an.

Die komplette deutsche Delegation bei der Eröffnungsfeier der EOES 2026 © EOES-IPN

Bei der European Olympiad of Experimental Science treten jedes Jahr Schüler:innenteams aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union gegeneinander an und lösen interdisziplinäre experimentelle Aufgaben aus den Naturwissenschaften. Im Vorfeld der EOES 2026 in Lund hatte das österreichische EOES-Team die deutschen Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Trainingsseminar nach Klagenfurt am Wörthersee eingeladen. Dort nahmen die beiden Nationalteams im hervorragend ausgestatteten Schülerlabor „BIKO mach MINT“ an anspruchsvoll vorbereiteten Kursen in Chemie, Physik und Biologie teil und vertieften ihre experimentellen Fähigkeiten. Außerdem dienten die Tage in Österreich auch als Teambuildingseminar für die Wettbewerbsteams.

Nach dem Training reiste die deutsche Delegation von Österreich nach Lund, wo die Guidin des deutschen Teams die Gruppe in Empfang nahm. Das Gastgeberland Schweden begrüßte vom 2. bis 9. Mai insgesamt 46 Teams aus 23 Ländern der Europäischen Union in der Universitätsstadt Lund in der Provinz Skåne. Jede Delegation bestand aus zwei Schüler:innenteams mit jeweils einer Expertin oder einem Experten in Biologie, Chemie und Physik sowie den begleitenden Mentor:innen. Insgesamt nahmen 144 Schüler:innen und etwa 110 Mentor:innen teil.

Begrüßung der Delegationen in Lund © EOES-IPN

Im Mittelpunkt des Wettbewerbs standen zwei interdisziplinäre Experimentalklausuren, die im Team bearbeitet wurden. Mit großer Begeisterung gingen die Teilnehmenden an die Klausuren und lösten anspruchsvolle Experimentelle Aufgabenstellungen im Labor. Zuvor wurden die Klausuren von den Mentor:innen gemeinsam mit dem Scientific Committee des Gastgeberlandes diskutiert und übersetzt.

Die beiden fächerverbindenden Klausuren behandelten unterschiedliche naturwissenschaftliche Themen. In der ersten Klausur stand Zucker im Mittelpunkt – ein Rohstoff, der in Schweden insbesondere für Süßigkeiten und traditionelles Gebäck wie Zimtschnecken von großer Bedeutung ist und lokal aus Zuckerrrüben gewonnen wird. Thematisiert wurden chemische und physikalische Eigenschaften von Zucker sowie biologische Untersuchungen der Zuckerrüben. So bestimmten die Teams unter anderem die Photosyntheserate und enzymatische Aktivitäten von Zuckerrüben, untersuchten den enzymatischen Abbau von Zucker und maßen die Polarisation von Licht durch Zuckerlösungen.

Die zweite Klausur widmete sich dem Thema Wasser, das in der von Küsten geprägten Region Skåne allgegenwärtig ist. Hier standen unter anderem die Untersuchung von Lebensformen im Wasser durch die die Bestimmung von Algenarten und die Sektion eines Herings, die Analyse von Nitratwerten in Wasserproben sowie Sandfiltration zur Trinkwasseraufbereitung im Mittelpunkt.

Begleitet wurden die Olympionik:innen von Dr. Annabel Maisl vom IPN in Kiel, sowie von Konstantin Schwark, Anton Nüske und Jan Kruse. Dr. Burkhard Schroeter wurde von den Organisatoren der EOES als Scientific Advisor ernannt und unterstützte das deutsche Team zudem als Observer tatkräftig.

Neben dem Wettbewerb spielte insbesondere das gegenseitige Kennenlernen der Jugendlichen aus den verschiedenen Ländern eine wichtige Rolle. Über den wissenschaftlichen Wettstreit hinaus fördert die EOES internationale Freundschaften und gegenseitiges Verständnis über Ländergrenzen hinweg. Die Teilnehmenden erlebten ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit vielen gemeinsamen Vernetzungsmöglichkeiten – darunter die Erkundung der Insel Ven, ein Bootsausflug zur Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen.

Die Universität Lund begeisterte die Delegationen außerdem mit einer Chemieshow zum Thema Feuer, einer Physik- und Lasershow sowie einem Auftritt der studentischen Theatergruppe Lundaspexarna, die traditionelle Gesangsauftritte schwedischer Studierendengruppen präsentierten. Beim Europäischen Abend kamen Mentor:innen und Teilnehmende zusammen, um landestypische Spezialitäten aus ganz Europa miteinander zu teilen.

Die deutschen Teams mit dem Pokal © EOES-IPN

Nach einer arbeitsreichen Woche bildete die feierliche Preisverleihung den Abschluss der Veranstaltung. Dort wurden die Medaillen an die erfolgreichen Olympionik:innen vergeben. Ehrengast war Anne l’Huillier, die in Lund lebt und 2023 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde. In ihrer Ansprache wandte sie sich an die Jugendlichen – insbesondere an Mädchen – und ermutigte sie, ihrem Interesse an Naturwissenschaften zu folgen und wissenschaftliche Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Welt zu entwickeln.

Ein großes Kompliment gilt den schwedischen Organisator:innen für die Durchführung einer hervorragend organisierten EOES, bei der die Teilnehmenden stets im Mittelpunkt standen und deren Leistungen in besonderer Weise gewürdigt wurden. Ein besonderer Dank gilt außerdem dem österreichischen Team und seinen Betreuer:innen, für die Durchführung des  gemeinsames Trainingslager im Labor „BIKO mach MINT“ in Klagenfurt. Ein herzlicher Dank gilt dabei Elias Hohl (Organisation und Physik), Leonard Caliskan und Benjamin Simperl (beide Chemie) sowie Christina Lassnig (Biologie) für die ausgezeichnete Vorbereitung und Durchführung des Experimentaltrainings. Ebenso danken wir Peter Holub für die Organisation des Trainingsseminars. Ein ganz besonderer Dank gilt auch Julia Mårtensson, die als Student Guide das deutsche Team mit herausragendem Engagement durch den gesamten Wettbewerb begleitet hat.

Kontakt

Dr. Annabel Maisl
IPN -  Leibniz-Institut für die Pädagogigk der Naturwissenschaften und Mathematik
Olshausenstraße 62
24118 Kiel
Tel.: 0431 / 880-3135
E-Mail: maisl@leibniz-ipn.de