Der Blog nimmt dich mit zum jährlichen Höhepunkt der IJSO. Immer im Dezember ist ein anderes Land Gastgeber für Schülerdelegationen aus aller Welt. Dann berichten wir, die Mentor:innen des deutschen Nationalteams, live von großen Leistungen, kulturellen Herausforderungen und Überraschungen, die bei Reisen auf einen warten. 

18th International Junior Science Olympiad in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

Dieses Jahr nehmen die Nationalteams aus ihren Heimatländern an der IJSO teil. Die Klausuren und die Treffen mit den anderen Jugendlichen finden online statt.

Kommen sonst nur die leaders zu Wort, berichten wir 2021 aus drei Standorten:

  • Nationalteam und Betreuungsteam in Kiel: Anabel, Jieoh, Meret, Michael, Nathan und Nora mit Anne und Hannes
  • Übersetzungsteam in Kiel (aber ohne Kontakt zum Nationalteam): Björn, Felicitas und Leon
  • Delegation in Dubai: Heide

22.12.2021, 22:30 Uhr: Gratulation und ein letztes Dankeschön

aus dem Übersetzungsteam

Nun ist sie um, unsere besondere 18th IJSO 2021 in Kiel statt in Dubai. Mittlerweile ist das Nationalteam gut zuhause angekommen, hat sich ausgiebig feiern lassen und sich vielleicht einmal so richtig ausgeschlafen - oder hattet ihr etwa heute Schule? 

Wir gratulieren zu eurem Erfolg. Zweimal Silber, viermal Bronze und Teamgold unter diesen speziellen Klausurbedingungen sind mehr als großartig. Ein großes Lob geht auch an euren Teamzusammenhalt. Ihr seid in den zehn Tagen zu einer kleinen Familie geworden. Wir hoffen, ihr werden noch viele Ausflüge miteinander erleben und Helmut von Ort zu Ort wandern lassen. 

Ein großes Dankeschön geht an alle, die sich für euch eingesetzt haben: hANNEs immer nah am Nationalteam, Severine in der Improvisationszentrale, Björn und Leon in Raum 404, Heide mittendrin in Dubai, Frank, Stephie und Tim im IChO-Labor, die Kolleginnen und Kollegen der Corona-AG des IPN, alle Freunde, Angehörigen, Lehrkräfte in Gedanken beim Nationalteam (Daumen drückend, natürlich). Wir wünschen schöne Weihnachten und verabschieden uns aus dem Blog bis zur 19th IJSO im Dezember 2022 aus Kiew. 

 

Gruppenfoto Nationalteam mit Betreuer:innen und Übersetzer:nnen. © IJSO - IPN

21.12.2021, 14:45 Uhr: Boarding

aus den VAE

Salam, noch ein Gruß aus der anderen Welt kurz vor dem Abflug, die Medaillen sicher verstaut im Handgepäck, das ich mit Argusaugen hüte ob der kostbaren Fracht.

Vor zehn Nächten sind wir country coordinator aus bummelig 40 Nationen bei sommerlichen Temperaturen (die Kiel auch im wahren Sommer kaum erreicht) in Dubai gestrandet. Die meiste Zeit verbringen wir aber im "Kühlschrank" Hotel, knietief versunken in hitzige Diskussionen bis tief in die frühen Morgenstunden - und da bin ich sehr dankbar für unser mollig warmes IJSO-Team Germany-Trikot mit Kapuze.

Ihr alle fehlt uns sehr hier - in jeder Hinsicht: was ist eine IJSO ohne euch, liebe Schüler:innen, mit denen wir mitfiebern und für die wir uns ins Zeug legen? Kein nachmitternächtliches Tanzen, wenn frühmorgens die Schlange am Drucker nicht kürzer werden will, kein Schabernack, mit dem ihr uns von Zeit zu Zeit auf Trab haltet ;-).

Ein Ausritt auf einem Kamel durch die Wüste ist uns leider nicht vergönnt (so fällt aber auch niemand vom Höcker), aber wir haben einen wunderschönen Ausflug zur EXPO 2020 gemacht und lassen uns abends in der Festival City von den farbenfrohen Lichtspielen am künstlich angelegten See bezaubern. Etwas irritierend finden wir dann doch die Lautsprecher, die mit Musik künstlichen Schnee ausspucken - let it snow, let it snow...

Der emotionale Höhepunkt ist für mich jedoch euer Triumpf bei der Abschlusszeremonie: ein bunter Medaillenregen in allen Farben und dann der Gipfel des Olymps erklommen von drei starken Mädchen, die fantastisch im Team zusammen gewirkt haben und Punkte abgeräumt haben im Labor!  Das hat mich echt vom Stuhl gerissen, Applaus! Das habt ihr alle großartig gemacht und hier freuen sich ganz viele mit euch, die mir extra Grüße an euch aus Litauen, Slowenien, Nepal, Südkorea, Kanada, Ungarn und der Ukraine aufgetragen haben.

Gerade kommt der erste Aufruf zum Boarding. Dann mache ich mich flugs auf (in den gruselig kalten Winter), damit ihr auch ganz bald eure Medaillen um den Hals legen, "anbeißen" und euch feiern lassen könnt! - Nein, das Handgepäck habe ich nicht Dubai stehen lassen.

20.12.2021, 23:58 Uhr: Closing Ceremony & Exkursion 

aus dem Übersetzungsteam

Dank einer kurzfiristigen Planänderung durften wir ausschlafen: Die Closing Ceremony war um drei Stunden auf 10:00 deutscher Zeit verlegt worden. Die für das Frühstück um sieben gedachten Brötchen aßen wir dann einfach zum Mittag.

In der Closing Cereimony konnten wir noch einmal alle Beteiligten in den VAE sehen. Schön zu wissen, wer da hinter den Kulissen tätig war. Einige der Korrektoren hatten wir gestern in der moderation gesprochen und konnten sie so direkt dem Nationalteam zeigen. Bei der Medaillienvergabe jubelten wir nicht nur für unser Team, sondern feierten auch die Erfolge derer, die wir kennenlernen durften, v.a. die Teams der Slowakei, der Niederlanden und aus Zimbabwe erhielten viel Applaus. Natürlich feierten wir auch jede:n aus unserem Team, der oder die aufgerufen wurde. Die erreichten Medaillen geben wir aber erst bekannt, wenn alle zuhause die Zeit hatten, ausführlich von ihren Erlebnissen zu berichten. 

Während das Nationalteam sich im Aquarium mit dem Leben unter Wasser beschäftigte, untenahmen wir leaders einen Strandspaziergang bei bestem Kieler Winterwetter, bevor wir uns zum Abschlussdinner mit dem Nationalteam sowie Anne und Hannes trafen.

19.12.2021, 22:57 Uhr: Künefe & Moderation 

aus dem Übersetzungsteam

Der heutige Tag stand wieder ganz im Sinne des Kämpfens um eine faire Bewertung bei der IJSO. Nachdem es in den frühen Morgenstunden die letzten Bewertungen für unser Team gab, konnten wir uns auf die Diskussion mit den Korrektoren aus den VAE vorbereiten. Die neue Situation mit remote Diskussionen verlief erstaunlich problemlos nach einer mehrstündigen Verzögerung des Starts. Die konnten wir aber gut zur Stärkung mit weiteren arabischen Süßigkeiten nutzen. So kam wieder ein bisschen internationale Stimmung auf. Am Ende des Tages waren wir zufrieden mit unseren Verhandlungsempfehlungen und haben sogar mit Dennis Kappei noch einen alten Bekannten aus der IBO online erleben dürfen. 

Und nachdem wir uns morgens noch alle drei vollkommen orientierungslos über den dritten Advent freuten, kam uns irgendwann doch die vierte Kerze wieder in den Sinn. Jetzt heißt es noch einen Nacht die Daumen drücken für unser Team, denn trotz allem Wissensvorsprung fehlt uns immer noch die entscheidende Information wie gut war Team Deutschland dieses Jahr im internationalen Vergleich.

19.12.2021, 22:15 Uhr: Strandtag

aus dem Nationalteam

Um eines gleich zu beginn auszuräumen: Nein, wir waren nicht baden, lagen nicht auf unseren Handtüchern in der Sonne und schleckten kein Eis. wir sind immer noch in Kiel und die Füße werden kalt, wenn man sie nicht bewegt. Deswegen sind wir am Strand entlanggewandert. Gestartet sind wir wo andere Olympioniken vor uns um Medaillen gerungen haben: Bei den Olympischen Spielen 1972 fanden in Kiel-Schilksee die Segelwettbewerbe statt. Ein paar kleine Segelboote waren im Wasser, aber der Großteil lag winterfest an Land.

Nachdem wir uns einen Überblick über das Olympiazentrum verschafft hatten, wendeten wir uns dem Strand zu und damit den Teilen eines Strandtages, die man auch bei kaltem Wind genießen kann. Einige zog es gleich zur Wasserkante um das Wasser der Ostsee auf der Hand zu spüren, andere ließen Steine über die Wasserobefläche flippern und alle sammelten Sand in den Schuhen - das gehört dazu! Unsere Lunchpakete verzehrten wir mit Blick über die Ostsee und die geschäftig aus dem und in den Nord-Ostsee-Kanal fahrenden Schiffe. Und auch die Sonne schaute immer mal wieder vorbei.

Da die Fördefähren in den kalten Monaten leider nur unter der Woche fahren fuhren wir doch mit dem Bus zum IPN zurück. Frisch gestärkt durch Gummibärchen haben wir den EXIT-Adventskalender weiter gelöst. Und wir geben zu auch schon etwas vorzuarbeiten, schließlich wollen wir ihn bis zu unserer Abreise gemeinsam gelöst haben ...

Bevor der Tag mit einem weiteren Restaurantbesuch und Spielen auf den Zimmern endete, wurde es noch einmal wissenschaftlich. Anne und Hannes hatten Präsentation zu ihrer Forschung dabei, die wir uns bei einer PowerPoint-Karaoke gegenseitig erklärt. Wir wissen jetzt, dass die beiden an der Bändigung des Chaos, die Farbe ändernden Bakterien, LGTBQ-Diagrammen und sozialen Mäusen forschen. Und dass Jieoh schon einen Lehrstuhl in Greifswald hat. Herzlichen Glückwunsch zur steilen Karriere! ;-)

Wir sind gespannt auf die Closing Ceremony morgen und natürlich unsere Ergebnisse. Einmal werden wir noch wach, ...

18.12.2021, 23:36 Uhr: Messen, messen, messen

aus dem Nationalteam

Schon beim Frühstück war die Anspannung zu spüren, die der heutige Tag mit sich brachte: Die experimentelle Klausur stand an, die in jederlei Hinsicht etwas Besonderes war. Erstens war es die letzte Klausur, nach der der anstrengende Teil des Wettbewerbs endlich vorbei sein sollte. Zweitens, wurde die Klausur in Dreierteams geschrieben, in dem jede:r natürlich auch für die anderen beiden die beste Punktzahl für das eigene Fachgebiet rausholen wollte. Drittens gab es diesmal besonders viel zu spekulieren: Welche Experimente passen thematisch gut zum Gastgeberland? Welche Materialien passen gut in ein Paket, dass aus den UAE schon vor einigen Wochen angekommen war? Wie gut werden die Experimente innerhalb der gegebenen Zeit zu bewerkstelligen sein, nachdem die ersten beiden Klausuren zeitlich kaum zu bewältigen waren?

Um die Gedankenschleifen rund um diese Fragen zu verlassen, machten wir uns nach dem Frühstück auf zu einem Spaziergang. Wie vieles in diesem Jahr musste auch dabei etwas improvisiert werden, da sich einer der angesteuerten Parks als umzäuntes militärisches Übungsgelände entpuppte und wir drum herumlaufen mussten. Mit frischem Wind um die Nase und leckeren belegten Brötchen vom Bäcker ging es zurück ins Hotel zur Mittagspause.

Um 13 Uhr machten wir uns dann endlich auf, um die letzte Klausur dieses Wettbewerbes anzugehen. Wir waren zu Gast im Labor der Internationalen Chemie Olympiade an der Kieler Uni und standen – zum ersten Mal in diesem besonderen Wettbewerbsjahr – für eine Klausur in einem echten Labor. Nach einer Sicherheitsbelehrung gab es eine Lesezeit in der die Aufgabenstellungen durchgelesen und innerhalb der Dreierteams besprochen werden durften. Nach einigem Zurechtrücken der Kameras für die Video-Aufsicht aus den VAE, konnte es 15 Uhr endlich richtig losgehen und die Experimentierzeit begann. Die Versuche drehten sich um Blutgruppen, den Zuckergehalt in Dattelsirup und die Messung des Brechungsindex von verschiedenen Flüssigkeiten. Alle Experimente waren anspruchsvoll und zeitaufwendig, sodass es im Labor gegen Ende der Klausur ein bisschen hektisch wurde. Dann war es nach drei Stunden endlich geschafft! Trotz großer Anspannung und Erleichterung halfen wir alle mit beim Aufräumen des Materials, bevor wir zum Abendessen aufbrachen. Die Speisen, die uns heute ein indisches Restaurant geliefert hatte, gaben uns zumindest ein bisschen internationales Flair. Zur Feier der überstandenen letzten Klausur gab es einen Filmabend am IPN (sogar mit Popcorn). Zu einem Schülerwettbewerb gehört es eben auch dazu, dass nach den Klausuren die Menge an Schlaf rapide abnimmt.

18.12.2021, 21:50 Uhr: Exkursionstag

aus dem Übersetzungsteam

Statt wie sonst mit dem Bus ging es für uns heute mit dem Auto raus aus der Stadt. Glücklicherweise hat uns auch dieses mal das Wetter in Kiel positiv überrascht, sodass wir unseren Besuch bei der Arche Warder bei Sonnenschein genießen konnten. Kalt war es natürlich trotzdem und so konnte uns auch unsere arabische Verpflegung leider nur kurz gedanklich in den warmen Süden versetzen.

In der Arche Warder selbst werden selten gewordene Nutztierrassen vor dem Aussterben bewahrt. Als netten Nebeneffekt gibt es so an einem Ort sehr viele verschiedene flauschige Tiere zu sehen und zu streicheln, wovon wir gerne und großzügig Gebrauch gemacht haben! (Schließlich wärmt es auch die Finger wenn man sie tief in einem Schaffell vergräbt ;) )

17.12.2021, 23:14 Uhr: Mal wieder im Bett

aus dem Übersetzungsteam

Nach MC- und Theorieklausur übersetzten wir heute die letzte Klausur der IJSO 2021: Morgen Nachmittag wartet die Experimentelle Klausur auf unser Nationalteam. Dank guter Kontakte zur IChO (Danke, Frank und Tim!) sowie der Unterstützung von Stephie, die bereits im Scientific Committee für die IJSO2020 Laborklausuren entwickelt hat, mussten wir uns nur um die Übersetzung kümmern. Den gesamten Aufbau der Klausurplätze wussten wir in professionellen Händen.

Um 20:00 Uhr deutscher Zeit waren wir soweit und submitteten (heißt das so auf Deutsch? Wir sind in einem Sprachwirrwarr gefangen) die final translations.

Nach einem Spaziergang an der Förde sind wir bereits auf dem Weg ins Bett - in wenigen MInuten jedoch ohne den obligatorischen Laptop. 

Viel Erfolg morgen, liebes Nationalteam!

P.S.: Gestern waren wir schon bei Türchen 12!

17.12.2021, 20:47 Uhr: Die Zoom-Trilogie

aus dem Nationalteam

Übrigens, im Gegensatz zum sehr beschäftigten Übersetzerteam haben wir unseren EXIT-Adventskalender bis zum heutigen Türchen lösen können. Auch unsere anderen EXIT-Games wurden gestern (heute?) bis 4 Uhr (00:04) nachts gespielt. Deswegen waren einige von uns heute Morgen beim Frühstück im Hotel auch noch etwas schläfrig.

Bei der Videokonferenz mit dem niederländischen Team am Vormittag hatte sich die Müdigkeit bereits gelegt. Dabei stellten wir fest, dass das andere Nationalteam mit den Chemie-Aufgaben der Theorieklausur genauso zu kämpfen gehabt hatte wie wir. Der Rechner konnte gleich an bleiben, weil darauf ein Vortrag einer ehemaligen Teilnehmerin der internationalen Wettbewerbe folgte, welche nun die erste weibliche Inspektorin für Nuklearkraftwerke in den VAE ist. Besonders witzig war der Teil, in dem die Schüler:innen anhand von Plastikflaschen, Essen und Laptops ihre Arbeit als Inspektorin selbst nachvollziehen konnten. Anschließend machte unser Team einen Mittagsspaziergang durch den Botanischen Garten. Leider sind die Pflanzen derzeit nicht besonders interessant- es ist ja schließlich Winter. Dafür sahen wir einige Reiher und sogar eine Maus. 

Zurück im IPN lernten wir in einer weiteren Videokonferenz das Team aus Simbabwe kennen. Aufgrund eines Sturms war die Internetverbindung der simbabwischen Teilnehmenden leider sehr instabil. Wir wunderten uns über die Unterschiede im Auswahlverfahren der verschiedenen Länder. Leider wurde die Videokonferenz aufgrund der technischen Situation sehr abrupt beendet. Danach lebten wir unsere künstlerische Ader beim Bemalen von Tassen aus. Am Ende landeten Kamele, Palmen und das IJSO-Logo in unterschiedlichen Ausführungen auf unseren Meisterwerken. Natürlich durften dabei auch die Unterschriften der anderen Teammitglieder nicht fehlen. Nach dem mexikanischen Abendessen setzten wir uns anfangs mehr oder weniger begeistert an das Schreiben dieses Blogtextes.

16.12.2021, 21:43 Uhr: Bergfest

aus dem Nationalteam

Gut ausgeschlafen ging es heute los mit einer Stadtführung, zu der wir uns um 11 Uhr in der Innenstadt einfanden. Unser Stadtführer – ein alteingesessener und begeisterter Kieler – erzählte uns zuerst Einiges zur Entstehung und Geschichte der Stadt und wie sie sich wirtschaftlich und architektonisch in den vergangenen Jahrhunderten entwickelt hat. Anschließend ging es auf die Aussichtsplattform des Fährhafens, wo es Autofähren, Passagierfähren und sogar ein U-Boot zu sehen gab. Bei strahlendem Sonnenschein, den wir von Kiel bisher nicht kannten, schlenderten wir um die neu angelegten Wasserflächen entlang des alten Wasserlaufs der Förde. Durch die Fußgängerzone ging es zur Nikolaikirche und zum alten Markt, von dem nur noch der Name die historische Bedeutung verrät, denn von mittelalterlichen Bauwerken fehlt auch hier jede Spur.

Mit vielen neuen Eindrücken von der Fördestadt verabschiedeten wir uns von unserem Stadtführer und fuhren zurück zum Hotel für eine letzte Ruhepause vor der zweiten Klausur. Mit einem gesunden Maß an Aufregung und Nervosität trafen wir am IPN ein, wo die theoretische Klausur pünktlich um 15 Uhr begann. Man merkte sofort, dass die Organisatoren in den VAE seit vorgestern Einiges dazugelernt hatten: Es waren keine Rückkopplungen und Echos zu hören, sie kommunizierten mit der Aufsicht über den Chat, und die Anwesenheit wurde auch vor und nicht während der Klausur kontrolliert. Die Klausuraufgaben drehten sich um Kanonen, Datteln und Wüstenfahrzeuge und erzeugten ein gehöriges Papier-Chaos auf den Tischen. Nach drei Stunden mit rauchenden Köpfen war auch die zweite von drei Klausuren endlich geschafft.

Statt wie üblich das Abendessen zu bestellen, gingen wir zur Feier des Tages in ein Restaurant. Bei Pizza, Strudel, Spagetti und Schnitzel (ohne Salat!) erholten wir uns von den Klausurstrapazen, bevor im Hotel noch einmal die Spielekiste aufgemacht wurde.

16.12.2021, 19:50 Uhr: Exkursionstag

aus dem Übersetzungsteam

Ein Tag ohne Übersetzung mit viel Sonne, welch wunderbare Kombination! So ließen wir uns nach dem Mittagessen einmal wieder von der Sprottenflotte zu den schönsten Orten Kiels tragen und besichtigten u.a. den Leuchtturm in KIel-Holtenau. Von dort konnten wir die Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal von der anderen Seite sehen.

Jetzt treffen wir noch ein paar der anderen leaders in einer Videokonferenz und tauschen uns über die Organisation der nationalen Runden in der IJSO aus. Danach öffnen wir vielleicht noch ein paar Türchen des Adventskalenders (sind deutlich im Rückstand!) und gehen früh schlafen, denn....

...morgen Früh um 6 startet für uns die nächste discussion - gute Nacht.

15.12.2021, 23:33 Uhr: Ein Blick hinter geschlossene Türen

Aus dem Übersetzungsteam

Wie läuft eigentlich so eine Klausurübersetzung ab? Lest selbst:

Ein weiterer ganz normaler Übersetzungstag begann heute wie Homeschooling oder Online-Vorlesung mit dem Hochfahren des Computers noch vor dem Duschen oder dem ersten Kaffee. Natürlich ging es nicht sofort los. Die Wartezeit hätte man zum Duschen nutzen können, aber naja. Es hätte ja jederzeit losgehen können. Und mit nur 10 min Verzögerung begannen wirklich die ersten discussions: Ein Moderator aus den VAE präsentierte den strikten Zeitplan und stellte die Aufgaben kurz vor. Danach hatten wir 30 min Pause, die wir für Frühstück und Kaffeetrinken nutzten. 

Im Anschluss waren die Klausuraufgaben ins Olyexam geladen, sodass wir sie lesen und die Musterlösungen nachrechnen konnten. Es klingelte und summte aus allen Geräten: Die internationalen Freunde und Freundinnen baten um Unterstützung ihrer Kommentare, halfen uns beim Lösen von Teilaufgaben oder schickten lustige Fotos aus ihrer Unterkunft. Nach ein paar Diskussionsschleifen und Mehrheitsentscheiden standen die finalen Versionen der Aufgaben fest und wir begannen jeweils mit unseren Übersetzungen: der eine früher und die andere später - je nachdem, wie lange es dauerte, einen Konsens zu finden. Um 14:18 Uhr kam die erste Erfolgsmeldung: Leon war fertig. Wir waren frohen Mutes und luden bereits 6,5 Stunden später wirklich die finale Version der Klausuren hoch. Da es Restaurants mit langen Öffnungszeiten gibt, war es wie erhofft noch vor dem Abendessen ;)

Wir wünschen unserem Nationalteam morgen ganz viel Erfolg bei der Theorie-Klausur.

15.12.2021, 20:23 Uhr: Von DNA, Dolchen und Spaß mit einem anderen Nationalteam

aus dem Nationalteam

Nach überstandener erster Klausur und dem darauf folgenden langen Exit-Game-Abend, hieß es heute erst einmal ausschlafen. Ein morgendlicher Spaziergang mit einigen ornithologischen Elementen brachte uns zur Amöbe, dem bekannten Kieler Forschungsturm mit gewölbter Grundfläche und goldener Fassade. Dort bekamen wir am Institut für Klinische Molekularbiologie eine sehr spannende Führung durch ein Labor für Hochdurchsatz-Sequenzierung und die dazugehörende Bio-Datenbank mit tausenden von tiefgekühlten Proben. Wir waren beeindruckt, was die Sequenzierungsmaschinen für die Forschung leisten können, überrascht über die dabei anfallenden Kosten und amüsiert über die Namen, die die Forscher:innen diesen hochkomplexen Maschinen gegeben haben: “Pumbaa”, “Timon”, “Pacman” und Co. Im anschließenden Vortrag wurde uns auch erläutert, wie und warum an diesem Institut so intensiv zu Zusammenhängen zwischen Prozessen im Darm und Vorgängen im Gehirn geforscht wird.

Zum Mittagessen im botanischen Garten gab es einen kurzen Abstecher zu Kiels einzigartiger Kastanien-Mutante, die sehr besonders aber gar nicht wie eine Kastanie aussieht. Helmut Kohlrabi schloss sofort Freundschaft. Danach ging es am IPN weiter mit einem virtuellen Rundgang durch einige bedeutsame Gebäude im Gastgeberland VAE, bei dem es viel zu lesen und zu entdecken gab. Wir konnten sogar die ausgestellten Kulturschätze – Dolche, Gewänder, Schmuck, Architektur – innerhalb der Gebäude erkunden.

Am späten Nachmittag hatten wir schließlich eine digitale Verabredung mit dem slowakische Nationalteam. Der spontan organisierte Austausch zwischen beiden Teams lief erst etwas stockend. Es stellte sich aber schnell heraus, dass es zwischen der Slowakei und Deutschland mehr kulturelle Schnittmengen gibt als gedacht und ein gemeinsamer Humor war schnell gefunden. So konnten wir doch noch ein bisschen internationales Flair schnuppern, obwohl jedes Schüler:innen-Team dieses Jahr im eigenen Land bleiben muss.

Nach einem erstaunlich gesunden Abendessen mit verschiedenen Salaten und Smoothies ging es rechtzeitig zum Hotel zurück, um morgen bei der theoretischen Klausur fit und munter zu sein.

14.12.2021, 20:50 Uhr: Exkursionstag

aus dem Übersetzungsteam

Heute Mittag klarte der Himmel auf, vorbei war es mit dem Nieselregen. Also haben wir spontan eine Exkursion zu Fuß und mit dem Rad durch Kiel gemacht und einige der Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste abgehakt: gut gemachte Graffitti, schöne Häuserfassaden, ein alter Wasserturm, sonderbare Wetterhähne, illuminierte Adventskalender, berühmte Olympioniken und vieles mehr.

Morgen Früh um 6 startet für uns die nächste discussion - gute Nacht.

14.12.2021, 20:13 Uhr: Nord-Ostsee-Kanal und Multiple-Choice-Klausur

aus dem Nationalteam

Durch eine kleine Änderung des Wettbewerbsprogramms ging unser dritter Wettbewerstag entspannt los. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel ging es mit dem Bus an die Nord-Ostsee-Kanal Schleuse in Kiel-Wik. Wir hatten Glück und konnten von der Aussichtsplatform die dicht gedrängten Containerschiffe in der Schleusenkammer beobachten, als sich das Schleusentor vor uns langsam öffnete. Einem Kieler Geheimtipp folgend (Danke, Florian!) konnten wir die Schleuse sogar nochmal von der Seeseite aus begutachten bevor es mit Wind um die Nase wieder zurück zum Hotel ging.

Die Mittagspause war zum Ausruhen vor der Klausur gedacht, manch eine:r konnte aber die Finger nicht von den mitgebrachten Lehrbüchern lassen ;-) Denn anschließend ging es zur Multiple-Choice Klausur ans IPN, die pünktlich um 15 Uhr begann. Unter Aufsicht zweier Webcams mit Übertragung in die VAE und zweier Betreuer:innen vor Ort, wurde an den 30 Fragen zu Bio, Physik und Chemie geknobelt.

Als das Stopp-Signal gegeben wurde, war die Erleichterung groß und es gab beim anschließenden Abendessen viel zu erzählen. Wir feierten die überstandene Klausur mit Burgern und einem kleinen Spieleabend. Der morgige Tag verspricht Erholung, bevor übermorgen Nachmittag die Theorie-Klausur ansteht. Aber dazu bald mehr.

13.12.2021, 01:26 Uhr: Zeit fürs Bett

aus dem Übersetzungsteam

Nachdem wir uns vom Nationalteam verabschiedet hatten, ging für uns drei vom Übersetzungsteam auch gleich an die Arbeit. Die discussion  der Klausuraufgaben im International Board stand für 11 Uhr (deutscher Zeit) auf dem Programm. Wie gut, dass wir uns noch Brötchen vom Frühstück mitgenommen hatten, denn an Pausen war nicht zu denken. In drei Sessions für Biologie, Chemie und Physik wurde parallel (hitzig) debattiert und ein Konsens  zwischen allen teilnehmenden Nationen hergestellt. Das funktionierte Dank des Einzugs digitaler Tools sogar im virtuellen Raum, aber so richtig gut dann eben doch nicht. Wir Deutschen haben es noch gut getroffen. Unsere armen Freunde aus Australien fragten irgendwann, wie lange es noch dauere - bei ihnen sei es bereits Mitternacht... 2 Uhr in der Früh... 3 Uhr in der Früh... . Wir waren dann zu für uns völlig untypischen Zeiten, nämlich pünktlich zur Abgabefrist um Mitternacht deutscher Zeit fertig mit den Übersetzungen.

Dear friends, we miss you. We miss discussing face to face. We miss laughing together. We miss having another cup of coffee late at night to discuss how to solve question no. 11. Let there be an IJSO with all of us present in the same place next year

Nach einem Spaziergang zur Geisterstunde verabschieden auch wir uns ins Bett. Nach dem Aufstehen bereiten wir noch schnell den Klausurraum vor und dann heißt es Daumen drücken. Viel Erfolg, liebes Nationalteam!

13.12.2021, 18:00 Uhr: Die Spiele sind eröffnet

aus dem Nationalteam

Ein Livestream, mehrere Zeitzonen - diese Kombination bringt es mit sich, dass wir die Opening Ceremony von Kiel aus bei Brötchen und dem ersten Kaffee verfolgt haben, während die Delegationen vor Ort in Dubai im Anschluss zum Lunch gebeten wurden. Die Gastgeber haben sich vorgestellt, die teilnehmenden Teams erschienen eins nach dem anderen auf der Leinwand und natürlich haben wir uns gemeinsam zur olympischen Fairness verpflichtet. Dann hieß es: Die Spiele sind eröffnet!

Wir haben also das Übersetzungsteam verabschiedet und virtuell das Institut für Toxikologie und Pharmakologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein besucht. In einem interessanten Vortrag über Sprengstoffe in der Ostsee haben wir gelernt, wie man diese im Meerwasser nachweisen kann und auch, dass die Thunfischpizza am Abend durch Quecksilberanreicherung in Thunfischen gefährdet ist.

Als Gute Nacht Geschichte wählten wir "Von signifikanten Stellen und ihren Regeln" - so kann man gut schlafen gehen. :-)

12.12.2021, 20:43 Uhr: Das Nationalteam ist da!

aus dem Nationalteam

In anderen Jahren traf sich das Nationalteam am Frankfurter Flughafen, doch die Strapazen eines langen Fluges blieben uns dieses Jahr erspart. Stattdessen ging es mit dem Zug in den hohen Norden. Am Nachmittag traf das Nationalteam in Kiel ein.

Gemeinsam mit dem Übersetzungsteam starteten wir in den Wettbewerb. Neben einem lang ersehnten Abendessen gab es Präsente: Von den Gastgebern aus den VAE die Willkommensbeutel und von den Wichteln am IPN einen Adventsgruß. Zuletzt stieß noch unser Begleiter und Maskotchen Helmut Kohlrabi zu uns. Damit ist das Team komplett und wir freuen uns auf die kommenden Tage!

10.12.2021, 08:00 Uhr: Die letzten Vorbereitungen laufen

aus dem Übersetzungsteam

Nachdem die IJSO 2020 leider abgesagt werden musste, kann dieses Jahr zumindest eine hybride Veranstaltung, organisiert aus Dubai mit dezentralen Veranstaltungsorten für die Nationalteams auf aller Welt, stattfinden. Der Aufwand auf Seiten der Organisatoren muss riesig sein: Alle teilnehmenden Ländern bekamen die persönliche IJSO-Ausstattung fürs ganze Team und die Laborgeräte und per Expressversand. Wegen ausreichend "Lametta"  kam alles heil an.  Ich habe zwei Stunden gebraucht, um alles auszupacken und zu prüfen. Wie lange muss es gedauert haben, mehr als 100 dieser Pakete zu packen? 

Das IJSO-Team in Kiel bereitet alles für die Ankunft des Nationalteams am Sonntag vor. Landestypisches Wetter ist bestellt, Exitgames sind gekauft - es kann losgehen.