Zu einer spannenden und ereignisreichen Woche voller Laborexperimente, Vorträge und Gelegenheit zur Vernetzung kamen im Mai die besten Biologietalente der Internationalen BiologieOlympiade (IBO) 2026 zusammen. Bereits zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler in drei Auswahlrunden gegen rund 1200 Teilnehmende durchgesetzt und sich damit für die vierte und letzte Wettbewerbsstufe qualifiziert. Während der Finalrunde wurde schließlich das Nationalteam ermittelt, das Deutschland im Juli bei der Internationalen BiologieOlympiade in Vilnius (Litauen) vertreten wird.

 

 

Die Teilnehmenden der finalen Auswahlrunde zur IBO 2026. © IBO-IPN

Die besten elf Teilnehmenden aus sechs Bundesländern trafen sich in Kiel am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), um die anspruchsvollen Prüfungen zu absolvieren. In fünf praktischen Klausuren und zwei Theorieklausuren stellten die Schülerinnen und Schüler ihr biologisches Können im Labor und am Computer unter Beweis. Neben Seminaren, Vorträgen und experimentellen Prüfungen in Botanik, Zoologie, Biochemie, Molekularbiologie und Bioinformatik meisterten alle auch die große Theorieklausur zu vielfältigen Themenbereichen der Biologie.

Die praktischen Klausuren boten dabei spannende Einblicke in aktuelle biologische Arbeitsmethoden: In Botanik untersuchten die Teilnehmenden verschiedene Anpassungen von Pflanzen an die Wasserverfügbarkeit ihrer Lebensräume, während sich die Zoologieklausur mit biogenen Hartmaterialien beschäftigte. In der Molekularbiologie führten die Schülerinnen und Schüler PCRs zur Vervielfältigung von DNA durch. In der Biochemie standen Phosphatasen im Mittelpunkt und in der Bioinformatik arbeiteten die Teilnehmenden mit Gendatenbanken und Bildanalyseprogrammen. Sowohl in den Klausuren als auch in den Fachvorträgen, die die Jugendlichen selbst vorbereiteten, bewiesen sie ihr beeindruckendes biologisches Fachwissen und ihre experimentellen Fähigkeiten.

Neben dem anspruchsvollen fachlichen Programm spielte auch die gemeinsame Zeit und das Treffen biologiebegeisterter Kolleg*innen eine wichtige Rolle. Bei einem gemeinsamen Ausflug ging es mit der Fähre über die Förde nach Laboe. Zwar wurden die Teilnehmenden dort zeitweise von starkem Regen überrascht, dafür konnten sie die Bootsfahrt und die Ostsee zuvor bei strahlendem Sonnenschein genießen. Auch bei einer Führung durch den Botanischen Garten gab es viel zu entdecken – darunter einige Pflanzen, die bereits aus der Botanikklausur bekannt waren.

Die 4. Auswahlrunde der IBO 2026

Den Abschluss der arbeitsintensiven Woche bildete die Preisverleihung am letzten Tag. Neben Urkunden und der Qualifikation der vier Besten für das Nationalteam – verbunden mit einer Empfehlung für die Studienstiftung des Deutschen Volkes – erhielten die Teilnehmenden auch Sach- und Geldpreise.

Die vier besten Teilnehmenden qualifizierten sich mit ihren hervorragenden Leistungen für das diesjährige Nationalteam und werden Deutschland bei der IBO 2026 vertreten:
Marie Lautenschlager vom Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching (Bayern)
Lilia Theresa Dieterlen vom Freien Gymnasium Naunhof (Sachsen)
Verena Hieber vom Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen an der Donau (Bayern)
Gregor Schneider von der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen (Niedersachsen)

Für die vier Olympionik:innen geht es zunächst zu einem intensiven Vorbereitungsseminar gemeinsam mit dem Schweizer Nationalteam auf die Riederalp in der Schweiz, bevor im Juli der Wettbewerb in Litauen beginnt.

Auch der gemeinsame Austausch mit anderen biologiebegeisterten Teilnehmenden stand im Mittelpunkt. © IBO-IPN

Die diesjährige Auswahlrunde wurde maßgeblich von ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der vergangenen Jahre unterstützt. Ihnen sowie den Mitarbeiterinnen im Sekretariat der IBO und im Labor der Didaktik der Biologie am IPN, die die Laborexperimente vorbereitet haben, gilt großer Dank. Ebenso danken wir dem VBIO für die kontinuierliche Unterstützung der IBO sowie Herrn Nickol für die Führung im Botanischen Garten.

Der jährliche Auswahlwettbewerb für die Internationale BiologieOlympiade (IBO), die BiologieOlympiade in Deutschland, wird vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder durchgeführt.