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Mit einem hervorragenden Ergebnis kehrte das deutsche Team von der 37. Internationalen BiologieOlympiade (IBO) zurück, die vom 12. bis 19. Juli 2026 in Vilnius (Litauen) stattfand. Nach einer intensiven Wettbewerbswoche konnten sich die vier deutschen Teilnehmenden über drei Silber- und eine Bronzemedaille freuen und damit einen tollen Erfolg für das deutsche Nationalteam erzielen.

Die stolzen Medaillengewinner:innen (v.l.n.r.: Gregor Schneider, Verena Hieber, Lilia Dieterlen, Marie Lautenschlager) © IBO-IPN

Die Reise begann mit einer einwöchigen Vorbereitung in Riederalp in der Schweiz auf über 2.000 Metern Höhe. Das Trainingsseminar wurde von der Schweizer BiologieOlympiade organisiert und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich gemeinsam mit dem Schweizer Team intensiv auf den Wettbewerb vorzubereiten. In Theorieeinheiten und Laborübungen wurden unter anderem molekularbiologische und mikroskopische Techniken, Herz-Kreislauf-Physiologie, Botanik, Statistik sowie der Umgang mit biologischen Datenbanken trainiert. Ergänzt wurde das Programm durch ein interdisziplinäres Theorie-Training. Ein besonderes Highlight war eine Exkursion zum großen Aletsch-Gletscher. Dabei lernten die Teilnehmenden die Alpenflora kennen und konnten den Gletscher selbst begehen. Besonders eindrucksvoll war dabei zu erleben, welche Auswirkungen der Klimawandel in den Alpen zeigt und zu erfahren, wie stark sich der Gletscher bereits zurückgezogen hat.

Gemeinsam mit dem schweizer Team bereiteten sich die Teilnehmenden in der Schweiz auf die IBO vor. Dabei gab es auch ein anschauliches Ökologietraining bei einer Besichtigung des großen Aletsch-Gletschers © IBO_IPN

Im Anschluss reiste das Team mit dem Zug nach München und von dort weiter nach Vilnius. Den feierlichen Auftakt bildete eine eindrucksvolle Eröffnungszeremonie mit zahlreichen Einblicken in die litauische Kultur. Der Mittelpunkt der Eröffnungsfeier war die Vorstellung der Teams, bei der das deutsche Team traditionellerweise Haribo-Tütchen im Publikum verteilte.

Danach ging es für die Teilnehmenden zu einem Vorbereitungstag in die Altstadt von Vilnius; während die Jurymitglieder die Klausuren diskutierten, finalisierten und übersetzten. Während der Klausurtage stellten sich mehr als 300 Teilnehmende aus 81 Ländern vier praktischen und zwei theoretischen Klausuren. Die praktischen Aufgaben deckten ein breites Spektrum der modernen Biologie ab: Im Bereich Plant Computational Biology wurden mittels Bildanalyse Wurzellängen von Keimlingen ausgewertet. In Tiermorphologie und Systematik standen die Mundwerkzeuge verschiedener Insekten im Mittelpunkt. Die Klausur zur Tierphysiologie beschäftigte sich mit der Pharmakokinetik von Aspirin, die mithilfe eines eigens programmierten und intuitiv zu bedienenden Messinterfaces für photometrische Messungen untersucht wurde. In der Biochemie führten die Teilnehmenden eine Restriktionsanalyse durch und bestimmten die Aktivität verschiedener Phosphatasen. Die Aufgaben zeichneten sich durch ihre hohe wissenschaftliche Qualität aus und waren zugleich hervorragend vorbereitet. Auch die Klausurdurchführung verlief nach Plan, sodass sich die Teilnehmenden ohne Verzögerung voll auf die Aufgaben konzentrieren konnten.

In den Klausuren wurde hochkonzentriert gearbeitet. © IBO 2026

Neben den Klausuren bot die IBO zahlreiche Gelegenheiten, Jugendliche aus aller Welt kennenzulernen und internationale Freundschaften zu schließen. Das Absolvieren der letzten Prüfung wurde gemeinsam gefeiert: Eine litauische Musikgruppe stellte den mehreren hundert Teilnehmenden traditionelle Tänze vor – zunächst paarweise und schließlich in einer riesigen gemeinsamen Tanzrunde. Auch das Rahmenprogramm bot viele Möglichkeiten zum kulturellen Austausch. Bei einem Ausflug nach Trakai konnten die Teilnehmenden die ehemalige Hauptstadt Litauens erkunden. Natürlich war auch das deutsche Teammaskottchen, die Meeresschildkröte Bo, stets mit dabei.

Den feierlichen Abschluss bildete die Abschlusszeremonie, bei der die Leistungen aller Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner gewürdigt wurden. Das deutsche Team durfte sich über insgesamt vier Medaillen freuen: Lilia Dieterlen wurde mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet, Marie Lautenschlager, Verena Hieber und Gregor Schneider erreichten eine Silbermedaille.

Begleitet wurden die Teilnehmenden von der deutschen Jury, bestehend aus Dr. Annabel Maisl (IPN Kiel), PD Dr. Christiane Mühle (Universität Erlangen), Dr. Jan Krieghoff (Universität Leipzig) und Lucia Winkler (Universität Jena) und Christoph Doktor (Universität Dresden). Zu den wichtigsten Aufgaben der Jurymitglieder gehörten die fachliche Prüfung, Diskussion und Übersetzung der Wettbewerbsaufgaben. Dank der ausgezeichneten Vorbereitung durch das Scientific Commitee der litauischen Organisatoren, der professionellen Moderation der Jurysitzungen und der engagierten Vorarbeit durch die internationale Aufgabenkommission – an der Deutschland durch Christiane Mühle vertreten war – konnten die Diskussionen und Übersetzungen in diesem Jahr besonders effizient durchgeführt werden.

Die gesamte deutsche Delegation mit Jury und Teilnehmenden. (v.l.n.r.: Jan Krieghoff, Christoph Doktor, Christiane Mühle, Verena Hieber mit den Teammaskottchen Bo, Marie Lautenschlager, Lilia Dieterlen, Gregor Schneider, Annabel Maisl und Lucia Winkler) © IBO 2026

Ein besonderer Dank gilt der Schweizer BiologieOlympiade, vor Allem Sarah Hilfiker, Lorenz Widmer und Noemie Allet für die Organisation und Durchführung des Trainingsseminars, sowie den deutschen Trainern Dr. Björn Schorch, Christoph Doktor, Alexander Becker und Theodor Marx für die engagierte Gestaltung der fachlichen Einheiten. Der Förderverein der BiologieOlympiade e. V. unterstützt seit vielen Jahren ehrenamtlich die Durchführung der nationalen Auswahlrunden sowie die Vorbereitung des deutschen Teams. Für dieses außergewöhnliche Engagement bedanken wir uns herzlich. Unser Dank gilt außerdem dem VBIO, der die Förderung des MINT-Nachwuchses in Deutschland kontinuierlich unterstützt.

Die BiologieOlympiade in Deutschland wird vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sowie in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder organisiert.

Die IBO 2026 in Litauen